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3 HAIKU ( …im Geiste des Zen)


Sonntag im Schatten
Rot leuchtender Mohn im Wind – 
Der Stock des Meisters


Stets ein Anfänger –
Augenblick und Ewigkeit
Im Sonnenaufgang


Das Bild des Fuji
Reife Kirschen auf dem Tisch –
Worte hallen nach

© Petros-blogpoesie


Diese drei Haiku fangen ein wenig Essenz des Zen-Buddhismus ein: Sie leben vom Augenblick, von der Einfachheit und der Überwindung des dualistischen Denkens.

Haiku 1
spannt den Bogen von alltäglicher Ruhe über die vitale, vergängliche Schönheit der Natur hin zur plötzlichen Präsenz des Zen-Meisters. Der Stock (*Kyosaku* oder *Keisaku*) ist im Zen kein Symbol der Bestrafung, sondern des Erweckens.

Haiku 2
thematisiert das zentrale Zen-Konzept des Shoshin (Anfängergeist). Ein Anfänger ist frei von Vorurteilen, Erwartungen und festem Wissen; er sieht die Welt mit staunenden Augen. Der „Sonnenaufgang“ ist der Spiegel dafür: Er geschieht jeden Tag neu und ist doch immer einzigartig. In diesem einen, frischen „Augenblick“ verschmilzt das Vergängliche mit der „Ewigkeit“ – wer leer wird wie ein Anfänger, erfährt die Unendlichkeit im Jetzt.

Haiku 3
lebt vom Abbild der Realität. Der Berg Fuji steht für das Unverrückbare, Erhabene. Ihm gegenüber stehen die „reifen Kirschen“ – sie sind real, greifbar, aber absolut vergänglich; sie müssen jetzt genossen werden. Die nachhallenden Worte verweisen auf die Begrenztheit der Sprache im Zen.

„Wahre Erkenntnis liegt nicht in den Worten selbst, sondern in der Stille *nach* den Worten, beim Blick auf die einfachen Dinge des Lebens.“ (Autor dieses Zitates: unbekannt)

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