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DIE


Wie aus Wurzelholz getischlert
Gleich einem Apothekerschrank
In Reih und Glied Schubladen
Jede fein säuberlich beschriftet

Statt für Pillen und Salben
Formelhaft Topos an Topos
Alle Schilder beginnend mit „DIE“
Endend mit Fingerzeig und Ausrufezeichen

Vor den folierten Etiketten
Allerwelts-Gesichter und Spezialkräfte
Sich und andren Mehrwert versprechend –
Ein ausgeklügeltes Sortiersystem

Nein! Nicht alle
Nicht jeder
Nicht „DIE“
Aber immer wieder

Tagesordnung


© Petros-blogpoesie (Bild: Gemini)



Kommentare

Quer hat gesagt…
Da blicke ich jetzt nicht so richtig durch.
DIE kann ich nicht einordnen. Stehe ich vielleicht auf dem "Schlauch"?
Lieben Sonntagsgruss, Brigitte
Petros hat gesagt…
Schubladendenken wird noch verstärkt durch Verallgemeinerung:

Dass jedes Schild mit „DIE“ beginnt und mit einem „Ausrufezeichen“ endet, entlarvt die Mechanik des Sündenbock-Prinzips. Es geht nicht um Individuen, sondern um kollektive Be- und Verurteilung („Die Politiker“, „Die Medien“, „Die Ausländer“, „Die Juden“) die pauschalisiert und angeprangert werden.

Lieben Gruß
Petros
Quer hat gesagt…
Aha, das hat jetzt den Knoten bei mir gelöst. Vielen Dank für die Erläuterung, Petros.
Und nochmals schöne Grüsse.
Silver hat gesagt…
Sehr schön umschrieben bzw beschrieben.
Auch immer ganz vorne mit dabei: Die da oben!
Jedenfalls sind immer die anderen Schuld, ist auch mal wahr und mal einfach bequem.
Toller Text!

Liebe Grüße,
Silver
Petros hat gesagt…
Danke, Silver, ein Gedicht, mit dem ich lange gerungen habe, was bei mir eher selten der Fall ist.

LG Petros
Helmut Maier hat gesagt…
Wenn die da oben auch an allem schuld sind, was soll man da auch anderes schreiben als "die"!
Petros hat gesagt…
Für mich gibt kein DIE da oben. Die Mehrheit dee WählerInnen haben diese Regierung gewollt, und da gibt es für mich auch nicht DIE WählerInnen.

Ich stimme dir aber zu, die Regierung unter Merz macht eine grottenschlechte Politik.