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ZERREIẞPROBE

schönschreiben oder schön schreiben

die speisekarte feinsinniger daseinskunst
rauf und runter genießen
als würde alles überfließen
mit guten taten, prallem leben
und wohlwollendem miteinander

einfach ausblenden alles
was den augen tränen macht
den herzen stiche versetzt
dem bösen den weg bereitet
und straßen mit leichen pflastert –
die ohren verschließen
um den sterbenden hunger der kinder
das elend flüchtende ertrinken
oder das drohnende explodieren
nicht zu hören -
die hände in den warmen schoß legen
vielleicht masturbieren
vielleicht manchmal beten

alles lieber zart fassen
die stunden bunt beleuchten
da sein nur im eigenen hier und jetzt
schallgemindert
gegen den lärm der zeit
hinter dem glas, das keine wunden zeigt


Epilog:
Ist es Überforderung,
Selbstschutz vor dem Unausweichlichen
oder doch nur stoische Ignoranz?


© Petros-blogpoesie

…eine Vorabveröffentlichung aus meinem eBook-Projekt „WORTWERG“ (klick mich)

Kommentare

Quer hat gesagt…
Ich würde für Selbstschutz plädieren.
Dein Poem zeigt ja auch schön auf, wie wenig man ausrichten kann gegen all die Missstände, Katastrophen und menschlichen Brutalitäten. Da muss man sich an das Schöne und Wohltuende klammern, um nicht zu verzweifeln an an sich und der Welt.
Lieben Morgengruss, Brigitte.
Petros hat gesagt…
Guten Morgen Brigitte,
Vielen Dank für deine Auseinandersetzung mit meinen Versen und dein Feedback. Ich glaube,
es ist schon allem etwas, also sowohl Überforderung, wie auch Selbstschutz und Ignoranz.
Lieben Gruß, Petros,