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IN WÜRDE

Langsam welkendes Licht –

Es ist die Zeit da
Stunden endlos werden
Doch alles andere
Aus den Augen sich stiehlt
Von Augenblick zu Augenblick
Als sei es nie geschehen

Da wird das Schauen immer mehr
Ein ganz Neues

Falten glätten sich
Der Mund verliert seine Sprache
Ledrige Hände liegen still

So viel kraftlos
So stilles machtlos
So leises atmen –

Sterben


Epilog:
Melancholie ist kein Makel. Sie ist im Grunde eine große Kraft und die vielleicht tiefste Form von Achtsamkeit.
Sie kann dem Unschreibbaren Worte schenken.


© Petros-blogpoesie (Bild:Gemini)




Kommentare

Quer hat gesagt…
In Ruhe und Würde sterben zu können ist unser aller Wunsch.
Dennoch wird er sich nicht für alle erfüllen, denke ich.
Möge deine Vision dennoch auf viele zutreffen!
Lieben Gruss in den Sonntagmorgen,
Brigitte
Petros hat gesagt…
Ich stimme dir da zu, Brigitte, nicht wenigen Menschen ist es nicht vergönnt würdevoll zu sterben. Ich hatte nur dieses Bild im Kopf und musste es verworten.

Lieben Gruß Petros
Ich schließe mich aus ganz persönlichen Erfahrungen Brigittes Kommentar an.

Liebe Grüße
isabella
Petros hat gesagt…
Hallo, Isabella,
vielen Dank für deinen Kommentar hier.
Die Begegnung mit dem Sterben ist ein hochsensibles und für jeden höchstpersönliches Thema. Ich kann es verstehen, dass man meinem Gedicht über ein würdevolles Sterben distanziert begegnet.

Lieben Gruß
Petros
diana hat gesagt…
in würde sterben zu dürfen, zu können, das ist ein schöner und guter wunsch für jeden menschen. ich mag deine zeilen, sie sind leise und fein. lg, diana
Petros hat gesagt…
Ich hoffe sehr, dass meine Verse nicht als Romantisierungs-Versuch des Sterbens missverstanden werden.
Petros hat gesagt…
Hallo, Diana, stimmt.

…auch an dich ein Dankeschön für dein Kommentieren hier.
LG Petros
Anonym hat gesagt…
Wenn du Melancholie als tiefe Achtsamkeit verstehst, kann ich dir nur gratulieren, lieber Petros. Du hast wirklich dem Unschreibbaren Worte geschenkt, die es zu bedenken gilt!

Ganz liebe Grüße
Helmut
Helmut Maier hat gesagt…
Wenn du Melancholie als tiefe Achtsamkeit verstehst, kann ich dir nur gratulieren, lieber Petros. Du hast wirklich dem Unschreibbaren Worte geschenkt, die es zu bedenken gilt!
Silver hat gesagt…
Hallo Petros,
wäre wünschenswert in Frieden und sanft zu entschlafen.
Der Gedanke, dass wir alle hier nicht lebend rauskommen, ist für mich irgendwie tröstlich. Wie es passiert wissen sicher die wenigsten und vielleicht ist dass der Punkt, an dem es gruselig wird. Nicht nur wann sondern auch wie. New fear unlocked.

Und wer sagt, Melancholie sei etwas negatives? Hab ihr ganze Texte gewidmet.
Melancholie sucht man sich ja nicht aus.
(Ich wollte noch was ergänzen aber kann beim Kommentieren deinen Text nicht mehr sehen, meine Aufmerksamkeitsspanne reicht dafür nicht aus, mir alles zu merken:0)
Jedenfalls, Melancholie beste.

Liebe Grüße,
Silver:)
Petros hat gesagt…
Danke Silver, ich freue mich sehr darüber, dass du dich mit meinen Texten auseinandersetzt.
Melancholie ist für mich ein allgegenwärtiges Lebensgefühl.

Gruß Petros
Petros hat gesagt…
ich danke dir sehr, lieber Helmut..
LG Petros
Petros hat gesagt…
Weil ich jeden Moment wahrnehme wie er ist und mich in ihm, wie ich wirklich bin, nämlich melancholisch, und weder mich noch den Augenblick bewertend in Frage stelle, ist meine Melancholie für mich eine tiefe Form von Achtsamkeit.

Achtsamkeit bedeutet schließlich nicht, dass immer die Sonne scheinen muss. Es bedeutet, im Regen zu stehen und ihn einfach zu spüren, ohne ihn dafür zu verurteilen, dass er nass ist.

So ist es auch mit meinem Gedicht „In Würde“ – Ich bewerte das Sterben nicht, sondern ich beschreibe eine Wahrnehmung aus meinem melancholischen Blickwinkel.