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FRÜHSTÜCKS-HAIKU V (Kakekotoba)


Bunte Gartenlust
Blauäugige Momente –
Warten am Wegrand


In der traditionellen Haiku-Dichtung liebt man Wortspiele und Doppeldeutigkeiten (Kakekotoba).

Für den Leser, der die Blume nicht im Kopf hat, bleibt es im dritten Vers ein melancholischer Moment des Wartens. Für denjenigen, der das botanische Wort erkennt, entfaltet sich ein zweites, dichtes Bild: Die blaue Blume (Wegwarte) die geduldig am staubigen Wegrand blüht und der bunten Gartenlust den Rücken kehrt. 

Damit bekommt auch das „blauäugige“ im zweiten Vers eine Doppeldeutigkeit.

© Petros-blogpoesie


Eigenschaften des Stilmittels Kakekotoba
Ein einzelnes Wort besitzt lautlich die gleiche Aussprache, hat aber mindestens zwei unterschiedliche Bedeutungen.
Es verbindet zwei verschiedene Sinnzusammenhänge nahtlos miteinander – wie eine Tür an einer Angel schwenkt es zwischen zwei Bedeutungen hin und her.
Es dient der sprachlichen Verdichtung, um in den kurzen Gedichtformen maximale Aussagekraft auf wenigen Silben zu erzielen.
Quelle: Wikipedia

Kommentare

Helmut Maier hat gesagt…
Lieber Petros, da hast du ja eine Menge an Infos zusammengefasst. Viel zu toll für mich und mein Spatzenhirn. Ich freue mich jedenfalls an der Wegwartenzeit! Vielen Dank!

... und ganz liebe Grüße
Helmut
Petros hat gesagt…
Meisten ist es wohl besser für die Entfaltung von Wirkung, einen Dreizeiler, ein Haiku oder Senryu einfach so, allein stehen zu lassen, Helmut.

Manchmal reitet es mich, mehr zu tun, Hintergründe sichtbar zu machen, mich und meine Verse zu erklären. - Vielleicht ist es zu viel des Guten?!

Sei auch du lieb gegrüßt und Danke für dein Kommentieren…
Petros