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IN DER FRÜHE (ein Destillat)

Kein Schlaf noch kühlt das Auge mir, 
Dort gehet schon der Tag herfür 
An meinem Kammerfenster.
Es wühlet mein verstörter Sinn
Noch zwischen Zweifeln her und hin 
Und schaffet Nachtgespenster.
- Angste, quäle 
Dich nicht länger, meine Seele!
Freu dich! schon sind da und dorten 
Morgenglocken wach geworden.

(Eduard Mörike)


Mörikes Gedicht auf 17 Silben reduziert… ein Destillat seiner Verse:

Ein Fenster im Licht
Dass Alp, Angst, Zweifel weichen –
Läutende Freude

© Petros-blogpoesie (Bild: Gemini)


Kommentare

Lyrifant hat gesagt…
Sehr gelungen! Und Balsam für unser wachsendes Idylle-Bedürfnis!
Petros hat gesagt…
Lieben Dank, Lyrifant!
Mir war nach ein bisschen Wohlgeruch bei all dem politischen Gestank.

Gruß Petros
Quer hat gesagt…
Mir gefallen beide Texte, der berührende Vorgabetext von Mörike und der straffe Dreizeiler von dir.
Ja, möge immer Trost auf uns warten nach schweren Zeiten!
Lieben Gruss, Brigitte
Petros hat gesagt…
Danke für dein Reflektieren, Brigitte.

Gruß in die Schweiz
Petros
Helmut Maier hat gesagt…
Ja, danke für b e i d e Texte! Liebe Grüße. Helmut
Petros hat gesagt…
Biite… gern geschehen, Helmut.
Abendgrüße Petros
Das gefällt mir auch sehr, wie du den Mörike "verdichtet! hast. Mir geht es ja ebenso, ich brauche den Rückzug ins Innen, um nachzudenken und Entschlüsse zu fassen. +

Herzlichst,
isabella
Petros hat gesagt…
Ich freue mich über dein Feedback, Isabella
(Bin auf dem Weg in den Rückzug… drei Monate Kreta mit seinen Bergen liegen vor mir.)
Herzliche Grüße zurück
Πέτρος (ab heute wieder so)

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