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Kretische Mantinaden (erklärt)


1. Gesang:
Lachen, weinen, tanzen, singen. Groß ist die Lust am Leben.
Auch traurig sein, das können wir, dem Tod die Ehre geben.

2. (Antwort-)Gesang
Das Rad der Zeit, es dreht sich fort, mal hell und mal in Scherben.
Wer heute weint und morgen lacht, der fürchtet nicht das Sterben.

© Petros

Mantinaden sind kurze, in zwei Versen gereimte Gedichte, die tief in der kretischen Kultur verwurzelt sind und oft von der Lyra und Laute begleitet gesungen werden. Sie drücken Liebe, Schmerz, Sehnsucht oder Satire aus und dienen als spontanes Ausdrucksmittel für Emotionen. Mantinaden sind zentraler Bestandteil kretischer Feierlichkeiten und sozialer Kommunikation. - Eine Mantinada (griechisch: μαντινάδα) besteht Paarreim, der ein strenges 15-silbiges Metrum (den sogenannten jambischen Dekapentasyllabus) hat.

Kommentare

Quer hat gesagt…
Das ist ja spannend! Diese Versform kannte ich nicht und bin begeistert davon.
Danke für die schönen Beispiele und die hilfreiche Erklärung.
(Man lernt tatsächlich nie aus.)
Einen lieben Gruss in den Montag,
Brigitte
Petros hat gesagt…
Hallo Brigitte,
ich saß einmal in einem Bus auf Kreta, da holte ein junger Mann seine Lyra aus der Tasche, und er fing an Mantinaden zu singen. Ich denke, die meisten waren improvisiert. Darin sind die Kreter "Weltmeister". Mein Griechisch reichte allerdings nicht aus, sie voll inhaltlich zu verstehen.

Gruß zurück
Petros
Helmut Maier hat gesagt…
Sehr schön, etwas über Kreta und seine Kultur zu erfahren. Das macht Freude!
Petros hat gesagt…
Danke, ich lerne jeden Tag dazu.
Alles Gute, Helmut!
LG
Petros