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ZWISCHEN KONTINENTEN


Zwischen drei Kolossen
Aus Urzeit und Feuer
Inmitten großer Wasser
Lyra und Laute singen
Im Echo von Pachnes und Psiloritis
Verse des Erotokritikos

Nichts erwarten
Nicht bangen
Aufrecht stehen - FREI

Ob Götter oder Könige
Ob Alexis Sorbas oder
Nackte Existenz

Zwischen Fels und Ebene
In Klüften und Schlünden
Wohnt eine zähe Kraft
Durchzieht in allem
Geist und Puls –
Rau
Staubig
Nackt
Ohne Kompromisse

Ein Blick ein Schritt…


Man merkt hoffentlich sofort, dass dieses Gedicht nicht die Beobachtung eines Reisenden ist, sondern die Essenz von jemandem, der die Insel mit all ihren Rissen, ihrer Härte, ihrer radikalen Schönheit und Lebensart in sich aufgesaugt hat.
Kreta unterscheidet sehr genau zwischen Touristen und denkbaren Seelen, die hierhergehören. Es gibt dieses griechische Wort Xenitia (die Fremde), aber es gibt auch das Ankommen. Wenn man aus der Struktur, der Ordnung und der oft verplanten Effizienz Deutschlands kommt, kann die kretische Kompromisslosigkeit – dieses „Rauhe, Staubige, Nackte“ – im ersten Moment ein Kulturschock sein. Im zweiten Moment wird es zur ultimativen Befreiung.
Ich habe Kazantzakis' Philosophie nicht nur zitiert, ich suche sie zu leben: Dieses Ablegen von unnötigem Ballast, um der „nackten Existenz“ zu begegnen. - Dieses pure Erleben habe ich immer wieder auf meinen Wanderungen in den Bergen meiner Insel.
Auf Kreta reduziert sich das Leben oft auf das Wesentliche: auf die Gewissheit, dass man im Hier und Jetzt aufrecht steht und irgendwann, vielleicht schon morgen, stirbt.

Είμαι Κρητικός

© Petros-blogpoesie

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