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TEXTFRAGMENT (gegen alle Behauptungen)


Melancholie ist keine Schwermütigkeit, sondern eine Form innerer Dehnung. Man durchschreitet sein Leben in aller Breite und Tiefe des Denkens und Fühlens und erlebt die oft schmerzhaften Risse in der Welt (der anderen) deutlicher.

Melancholie ist ein Zustand intensiver Empathie für das Unvollkommene, das Endliche und das Leid in der Welt.

Die Mimik der Melancholie ist verlangsamt, aber nicht unbewegt, sie ist eher nach innen als nach außen gerichtet. Die Augen wirken deshalb eher wenig fokussiert, sind aber nie leer. Es handelt sich also nicht um eine Abwesenheit von Ausdruck und Teilhabe, sondern es ist eine Verschiebung der Aufmerksamkeit.

© Petros-blogpoesie

Kommentare

Quer hat gesagt…
Sie gefällt mir, diese Deutung der Melancholie. Eigentlich entzieht sie sich ja der Beschreibung als Gefühl. als Seelenzustand. Aber ja, so könnte man sie wohl in Worte fassen.
Lieben Morgengruss, Brigitte
Petros hat gesagt…
Ich bin dankbar für dein Reflektieren hier, Brigitte
Herzliche Grüße
Petros
Helmut Maier hat gesagt…
Ja, leider oft so nicht gesehen. Aber das ist wie ein (gültiger) Aphorismus: "Melancholie ist ein Zustand intensiver Empathie für das Unvollkommene, das Endliche und das Leid in der Welt."

Liebe Grüße
Helmut
Petros hat gesagt…
Ich freue mich, dass auch du mir hier feedback gibst, Helmut

LG Petros